ERDING ONLINE



Wior sind Mitglied im DVPJ

Airliner mit grenzpolizeilichem Riecher - Bundespolizei schickt Inder wieder nach Hause PDF Drucken E-Mail
Montag, 16. Januar 2017

Flughafen München - Da hatte der Supervisor einer Fluggesellschaft im Satelliten-Terminal wohl ein grenzpolizeiliches Näschen. Der Airline-Mitarbeiter vermutete hinter zwölf indischen Seemännern am Gate des Fluges nach Mexiko City Betrüger. Hinzugerufene Bundespolizisten sollten den Verdacht des Airliners bestätigen und die Mexiko-Reise der Zwölf Freitagnacht (13. Januar) vorzeitig in München beenden. Die Inder reisten nämlich mit gefälschten Seefahrtsbüchern. Daher schickten die Bundesbeamten sie am Samstag (14. Januar) direkt zurück nach Delhi.

Die vermeintlichen Seemänner waren unterwegs von Bangkok über Tokio und München nach Mexiko. Am Münchner Flughafen sollte ihre Reise aber ein abruptes Ende finden, sollten sie beim Boarding für den Flug nach Mexiko an Airline-Personal und Bundespolizisten scheitern. Die Männer im Alter zwischen 18 und 37 Jahren hatten vorgegeben, als Seemänner auf ein Schiff in Mexiko zu gehen. Der Supervisor am Einstiegsgate zur letzten Etappe schöpfte jedoch Verdacht, verweigerte den Indern den Zutritt zum Flugzeug und alarmierte die Bundespolizei. Seines Erachtens handele es sich bei den zwölf Reisenden nicht wie vorgegeben um Seemänner, ließ der Mann die Bundespolizisten wissen. Die alarmierten Beamten eilten zum Gate, erkannten die Seefahrtsbücher des Inselstaates Palau als Fälschung, nahmen die Männer fest und zeigten sie wegen des Verdachts der Urkundenfälschung und unerlaubten Aufenthalts an.

Auf der Wache der Bundespolizei kamen dann noch die echten indischen Reisepässe der Festgenommenen zum Vorschein, allerdings ohne irgendwelche Visa oder Aufenthaltsberechtigungen für einen europäischen Staat. In den Vernehmungen gaben die vermeintlichen Seemänner nach anfänglichem Leugnen zu, mit falschen Dokumenten unterwegs zu sein. Sie hatten die Seefahrtsbücher laut ihren Aussagen für Beträge zwischen umgerechnet 4.000 und 5.000 Euro von verschiedenen Schleusern in Bangkok gekauft. Ausweise und Flugtickets in der Tasche, seien sie von der thailändischen Hauptstadt nach Tokio geflogen, von da wiederum nach München. Hier habe es weiter nach Mexiko gehen sollen; angeblich auf ein Schiff, das dort vor Anker liegt. In Wahrheit aber haben die zwölf Inder wohl in Erwartung eines besseren Lebens weiter nach Nordamerika gewollt. Diesen Schluss zumindest ließen die Aussagen Einzelner zu.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen schickten die Bundespolizisten die zwölf Inder mit Strafanzeigen im Gepäck am Samstagmittag zurück in ihre Heimat.

Christian Köglmeier
Bundespolizei Flughafen München

 
< zurück   weiter >